SUVs

Irgendwie drehen sich die Pausengespräche dieser Tage bei den Lackwerkern immer wieder einmal um die SUVs. Manche ‚Hardcore-Klima-Demonstranten‘ fordern, die ‚panzerähnlichen‘ Fahrzeuge ganz aus den Städten zu verbannen. Gefordert wird auch ein Verkaufsstopp für SUVs oder mindestens Obergrenzen für solche Fahrzeuge.

Spätestens nach dem Horror-Unfall mit vier Toten in Berlin, haben sich dieser Forderung, speziell in den Großstädten, viele angeschlossen. Dabei ist die eigentliche Unfallursache bis heute ungeklärt.

Einer von den Lackwerkern erzählt, dass eine Untersuchung der Versicherungswirtschaft ganz klar ergeben hat, dass SUVs nicht grundsätzlich gefährlicher sind als Kleinwagen wie z.B. ein Polo oder ein Smart.
Im Einzelfall kann das sogar umgekehrt sein. Alles hängt von der Geschwindigkeit ab. Alles was mit 50 Stundenkilometer oder schneller mit einem Fußgänger oder Radfahrer in Kontakt kommt ist lebensgefährlich.

Wenn also ein Fiat 500 70 km/h fährt, ist er gefährlicher für einen Menschen, als ein dicker SUV bei 40 km/h. Bei einem Kleinwagen führt ein Unfall leichter zu einem Kontakt mit der Windschutzscheibe oder den Türholmen. Bei einem Fahrzeug mit einer langen, hohen Motorhaube ist dieser Kontakt sehr viel unwahrscheinlicher.

Bei einem SUV sitzt nicht automatisch ein Autorambo vom Typ Rotlicht-Manager am Steuer. Beliebt ist der bequeme Einstieg und die höhere Sitzposition durchaus auch bei älteren Menschen und bei Frauen. SUV-Fahrer sind keine schlechteren Menschen. Das können wohl alle Lackwerker unterschreiben. In der täglichen Praxis bei den Lackwerkern sind schon die unterschiedlichsten Leute aus einem SUV ausgestiegen.

Garantiert haben sich die Kunden bei den Lackwerkern nicht deshalb für einen SUV entschieden, weil sie dem Weltklima vorsätzlich schaden wollen. In diesen Autos sitzen heute Leute, die sich solche teuren Autos leisten können. Das sind normalerweise ältere Menschen und die fahren vorsichtiger als junge, das beweist seit langem die Unfallforschung.

Ist ein Auto größer, höher und schwerer, hat es nicht per se ein höheres Unfallrisiko. Vom Fahrer hängt alles ab. Ein unaufmerksamer Fahrer wird, egal in welcher Autogröße, zum dramatischen Risiko für seine Mitmenschen.

Häufigste Unfallursachen sind Ablenkungen beim Umgang mit dem Smartphone bei der Fahrt. Selbst das Telefonieren mit einer Freisprechanlage lenkt vom Verkehrsgeschehen ab.

Aber die SUV-Gegner lassen sich von solchen Fakten wenig beeindrucken. Für sie ist als Gegner der Klimakiller SUV bestens definiert. Die Autokäufer selbst haben aber schon lange abgestimmt. Bald soll schon jeder zweite Neuwagen ein SUV werden.

Die Lackwerker, durch die Bank alles echte automobile Praktiker, können über die Polemik um den SUV nur den Kopf schütteln. Wie sich die Zukunft der Mobilität gestalten wird, darüber gibt es auch unter den Lackwerken unterschiedliche Ansichten.

Speziell auf dem flachen Land wird der Individualverkehr wohl noch lange gebraucht, darüber herrscht bei den Lackwerkern Einigkeit.

Ob der öffentliche Personennahverkehr eines Tages soweit entwickelt ist, dass er den Individualverkehr ganz ablösen kann, steht nach Ansicht der Lackwerker in den Sternen.

Leider gibt es in diesem Jahr keine Gelegenheit für einen gemeinsamen Besuch der IAA in Frankfurt. Die neuen Autos hätten sich die Lackwerker doch gerne mal aus der Nähe angeschaut. Das gilt sowohl für die neuesten SUVs als auch für die neue Generation der Elektroautos.