Diskussion Elektromobilität

Immer wieder flammt bei den Lackwerkern die Diskussion zu pro und contra Elektromobilität auf. Keine Mittagspause vergeht, ohne dass die Lackwerker auf dieses Thema kommen.

Zuletzt spitzte sich die Diskussion darauf zu, dass es wohl eine Untersuchung gegeben hat, wonach ein Elektroauto der Mittelklasse über 150.000 km gefahren werden muss, bis die CO2 Bilanz besser aussieht wie bei einem Verbrenner. Damit ist der ökologische Nutzen von E-Autos wohl nicht so eindeutig.

Besonders, so scheint es, trübt die Herstellung der Lithium-Ionen-Batterien die CO2-Bilanz der E-Autos. Der Strom in den Herstellungsländern wird noch oft aus Kohle oder Erdöl erzeugt, das setzt wiederum CO2 frei. Fertigungsanlagen für Batterien, die auf erneuerbare Energien setzen, sind noch selten.

Derzeit sind bei uns rund 100.000 E-Autos zugelassen, sagt der ADAC. Wenn es eine Million E-Autos wären könnte das CO2 maximal um rund zwei Prozent reduziert werden. „Das ist ja nicht gerade viel.” Die Diskussion heizt sich weiter auf. Diese Rechnung ginge aber nur auf, wenn ein E-Auto ein Null-Emissionsfahrzeug wäre. „Ist es aber nicht, weil ja auch der Strom mit dem es ‚betankt‘ wird CO2 erzeugt, wenn er nicht vollkommen aus Erneuerbaren kommt.”

Für die Herstellung von Batterien braucht es Rohstoffe wie Kobalt, Lithium, Nickel und Graphit, das ist auch nicht ohne. Für Lithium z.B. wird jede Menge Wasser gebraucht. Im Vergleich zu einem Verbrenner wird bei einem E-Auto ungefähr doppelt so viel Wasser verbraucht. Das sagt sogar das Bundesumweltamt.

„Ohne Diesel wird es auch in Zukunft nicht gehen. Denkt doch einmal an die Feuerwehren, die Hilfsdienste im Katastrophenschutz. Wer soll da mit Elektrofahrzeugen Hilfe leisten? Oder z.B. an die vielen Notstromaggregate, die alle mit Diesel betrieben werden.”

Die Lackwerker bezweifeln, dass der Diesel z.B. bei einem Blackout überhaupt zu den Notstromaggregaten transportiert werden könnte. Mit Elektrofahrzeugen ist das nicht vorstellbar. Auch dafür werden wohl in Zukunft Verbrennerfahrzeuge gebraucht.

Solange Wasserstoff als allgemeiner Kraftstoff noch nicht flächendeckend zu Verfügung steht, solange werden Dieselmotoren in den verschiedensten Formen gebraucht. Darin sind sich alle Lackwerker einig.

Und überhaupt, den Lackwerkern ist es eigentlich aus beruflicher Sicht egal, ob ein Elektroauto oder ein Verbrenner in der Werkstatt aufläuft. Eine Außenhaut haben sie alle und die ist in der Regel aus dem gleichen Autolack. Auch darüber sind sich die Lackwerker alle einig.

Die Zukunft ihres Handwerks ist auf alle Fälle gesichert. Aber trotzdem bewegt die Elektromobilität die Lackwerker. Die Entwicklung dieser Technik wird in der Schweinfurter Porschestraße sicher weiter ganz genau beobachtete.