Billig-Auto Duster

Wenn an einem Montag früh ein nagelneues SUV vor den Türen der Lackwerker in der Schweinfurter Porschestraße steht, macht nicht nur der immer vorlaute Azubi große Augen. Zumal das schneeweiße Automobil auch bei aller genauester Betrachtung keinerlei äußere Schäden aufzuweisen hatte.

Gespannt hat das Team der Lackwerker dann den Wünschen des Kunden gelauscht. Das Fahrzeug war ein nagelneuer Dacia Duster aus dem aktuellen Baujahr.

Der Kunde hat sich bewusst für einen Duster mit niedrigster Ausstattung zum Basispreis von 11.290 Euro entschieden. Das gesparte Geld, im Vergleich zu einem von den Platzverhältnissen vergleichbaren Fahrzeug, wollte er lieber in eine umfangreiche Individualisierung seines Duster stecken.

Andere Hersteller haben sich schon lange die Zähne ausgebissen, um ein Billigmodell mit diesen Ausmaßen anbieten zu können. Der Kunde gab sich mit dem 1,6-Liter-Benziner mit Saugeinspritzung und 114 PS zufrieden. „Mehr brauch ich für meine kurzen Fahrten in die Stadt und auf den Landstraßen nicht.” Auf den angebotenen Allradantrieb konnte er leicht verzichten, weil ihm die Geländetauglichkeit des Zweiradantriebes genügte.

Einen mit allen Extras und Allrad ausgestatteten Duster kann man leicht über 21.000 Euro bringen.

Bleibt die Frage, worauf der Käufer verzichten muss, wenn er sich, wie in diesem Falle, für die ‚nackte‘ Basisversion entschieden hat.

Vor allem ist es fehlender Komfort. Das Auto kommt ohne Radio und sogar ohne Klimaanlage daher. Für rund 13.500 Euro hätte er die Comfort-Ausstattung wählen können.

Zu allererst wollte er von den Lackwerkern wissen, was es für Möglichkeiten gibt, sein Auto farblich aufzupeppen.

Der Azubi – begeisterter Zuschauer der Fernsehreihe ‚VOX Automagazin‘ – hat bei den Tuning-Profis in eben diesem Magazin die Umgestaltung eines honorigen S-Klassen Daimler in ein junges frisches Automobil mit verfolgt.

Die Berliner Tuning-Profis haben in dieser Reportage, neben vielen anderen Details, den weißen SE mit ein paar Folien an den Flanken derart aufgepeppt, dass es dem Besitzer den Atem verschlagen hat.

Also ran an den Computer und mit den Farben auf dem Foto des weißen Duster gespielt. Herausgekommen sind zwei feuerrote ‚Blitze’ an den Flanken, die dem braven SUV ein richtig fetziges Aussehen verliehen haben. Das Ganze für weniger als ein Viertel der Kosten einer Neulackierung.

Der Kunde war mehr als zufrieden, als er seinen ‚Renner‘ in Empfang nehmen konnte. Sein konkurrenzlos günstiges SUV konnte er jetzt für kleines Geld mit sämtlichen gewünschten Extras günstig nachrüsten.

Für ein vernünftiges Navi genügte ein Anschluss an das nachträglich eingebaute Radio über USB. Eine Halterung für wenige Euro machten die Orientierung mittels I-phone einfach und bequem.

Einzig eine Klimaanlage hat der Kunde speziell jetzt in der heißen Jahreszeit schon schmerzlich vermisst.

Mit seiner Bodenfreiheit von rund 21 Zentimeter und dem Rampenwinkel für Schrägfahrten am Hang von 21 Grad kommt der Duster-Fahrer auch im leichten Gelände ohne Allrad viel weiter als mancher schnittiger PKW.

Die Ideen der Lackwerker konnten auch in diesem Fall für kleines Geld einem einfachen Duster zu einem spektakulären Auftritt verhelfen.