3er BMW

Ein Dreier als Oldtimer? Ja das geht. Im August 1975 kamen die ersten Dreier auf den Markt, als Baureihe BMW E21 der legendären 02-Modelle.

Die ersten Dreier waren ausschließlich zweitürig zu haben und mit einem Vierzylinder Motor. Ein solches Fahrzeug ist dieser Tage bei den Lackwerkern eingelaufen. Der feuerrote BMW hatte zwischen den beiden Rückleuchten noch nicht die schwarzen Kunststoffblenden zwischen den Heckleuchten, die gab es erst später.

Das Interieur des E21, mit dem aufgeschäumten Armaturenbrett und dem Lenkrad, war noch in einem tadellosen Zustand. Beim E21 sollte, so die BMW-Intention bei der Vorstellung 1975, im Innenraum keine einzige Schraube sichtbar sein.

Der Kunde wollte seinen Oldtimer weiter behalten und pflegen. Ein neuer Lack musste her und zwar in dem Originalrot, wie der Dreier 1975 ausgeliefert wurde. Nebenbei bemerkt, der heutige Besitzer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf der Welt.

Das Schild mit dem Farbnamen und dem dreistelligen Farbcode finden die Lackwerker am Dom eines Federbeins im Motorraum. Der Code Bright Red 314 ist noch gut zu lesen und so gibt es für die richtige Farbwahl keine Diskussionen.

Der alte BMW hatte schon mit Korrosion zu kämpfen. An den Schwellern, der Wagenheberaufnahme, an den hinteren Radläufen, der Reserveradwanne und am Heckabschlussblech hat der Besitzer schon Ausbesserungsarbeiten selbst vorgenommen.

An den Kotflügeloberkanten und den Federbeindomen haben die Lackwerker noch Nachbesserungsbedarf entdeckt. Richtig ist, die ‚braune Pest‘ gründlich zu bekämpfen, damit sie keine Gelegenheit hat, sich später unter dem neuen Lack weiter zu verbreiten.

Genau betrachtet ist der alte BMW ein robuster Oldtimer, der selbst heute mit seinen 90 PS noch voll alltagstauglich ist. Es gibt noch recht viele und günstige Exemplare auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Erste Exemplare, wie der Rote bei den Lackwerkern, sind aber heute schon eher selten.

Das ‚H-Kennzeichen‘ für Oldtimer trägt dazu bei, dass der 3er heute kostensparend genutzt werden kann. Sein geringes Leergewicht von rund 1.100 Kilogramm lässt dabei nach heutigen Maßstäben ein durchaus sportliches Fahren zu. Das ‚H-Kennzeichen‘ gibt es für Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind.

Mit einer sorgfältigen Vorsorge vor Rost und dem neuen strahlenden Rot verlässt ein zeitloser Klassiker die ‚heiligen Hallen‘ der Lackwerker in der Schweinfurter Porschestraße. Den alten BMW-Slogan „Freude am Fahren“ kann man an der Mimik des stolzen Besitzers deutlich ablesen.

Wieder einmal haben die Lackwerker dazu beigetrage, ein schönes Stück Automobilgeschichte zu erhalten.

Foto: FotoSleuth (flickr)